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Billy Horschel hat bei der Cognizant Classic ein Thema aufgegriffen, das rund um PGA National immer wieder diskutiert wird. Der Champion Course wird seit einiger Zeit „overseeded“, also mit Ryegrass über das eigentlich dominante Bermuda Gras gelegt. Für das Fernsehen wirkt das sattgrün und makellos, aus Spielersicht hat es aber eine klare Folge: Durch das Overseeding wird das Gras insgesamt weicher. Der Ball sitzt im Rough häufiger besser, viele Schläge rund ums Grün werden einfacher, und unterm Strich spielt sich der Platz leichter, auch wenn er weiterhin ein fairer Test bleibt.
Warum die Debatte mehr ist als Optik
Horschel stellte in der Pressekonferenz klar, dass seine Aussage nicht als Angriff auf die Gastgeber zu verstehen ist. Er habe Verständnis dafür, warum ein Club so entscheidet. „Die Leute wollen, dass es im TV hübsch aussieht, und wenn es im TV hübsch aussieht, wollen die Leute vielleicht kommen und es spielen“, sagte er. Genau dieses Argument erklärte er aber auch als Kern des Problems für den sportlichen Anspruch. Durch das Overseeding werde der Platz weicher, der Ball liege im Rough häufiger spielbar obenauf und rund um die Grüns seien viele Schläge weniger heikel, weil man leichter unter den Ball kommt. Horschel nannte sogar sein eigenes Beispiel. Er habe fast jedes Fairway verfehlt und trotzdem noch viele Chancen gehabt. Mit echtem Bermuda Rough, so seine Einschätzung, hätte er seine Runde wohl nicht unter Par beendet.
Er machte dabei auch klar, dass der Ärger oft an der falschen Adresse landet. Die PGA Tour bekomme schnell den Druck ab, obwohl solche Entscheidungen nicht immer von ihr getroffen werden. „Wir spielen oft auf Plätzen, die wir nicht besitzen, und manchmal sind wir davon abhängig, was der Eigentümer will“, sagte er. PGA National sei dabei nur ein Beispiel. Die Tour könne ihre Empfehlung geben, wie ein Setup sportlich am besten wäre, aber am Ende habe der Club als Gastgeber und Besitzer der Anlage ein Mitspracherecht, gerade bei Themen wie Overseeding und Pflege, die auch mit Optik und Vermarktung zu tun haben.
Unfortunately, not the Tour’s fault. Owners of PGA National do it. Tour have tried to state why it shouldn’t be overseeded but end of the day it’s out of their hands. 1 thing going forward that we need to do is make sure we have complete control of the setup of all Tour courses.
— Billy Horschel (@BillyHo_Golf) February 26, 2026
Was Billy Horschel eigentlich fordert
Horschel fordert, dass PGA National wieder konsequent sein soll und Fehler klarer bestraft werden. Er sagt, Fans wollen Qualität sehen, aber auch echte Bestrafung für Fehler. Ein Sieger Score im niedrigen zweistelligen Bereich ist für ihn oft das beste Signal, dass der Platz fair, aber anspruchsvoll gespielt wurde. Und wenn die Tour künftig stärker steuern will, wie ihre Turniere sportlich wirken, müsse sie bei Platzaufbau Fragen mehr Einfluss haben, statt von Entscheidungen der Platzbetreiber abhängig zu sein.
Auch Shane Lowry kritisiert die aktuellen Bedingungen
Als Shane Lowry auf die „alten“ Jahre mit einstelligen Sieger Scores angesprochen wurde, machte er ziemlich deutlich, dass er diese Version von PGA National aktuell nicht mehr erwartet. „Ja, ich glaube nicht, dass es wieder so wird. Ich denke, es wird wahrscheinlich leichter zu spielen sein, und das gefällt mir nicht“, sagte Lowry.
Sein Vergleich kam nicht aus Nostalgie, sondern aus Alltag. Lowry lebt in der Gegend und ist Mitglied auf mehreren Plätzen dort, alles Bermuda Kurse, die um diese Jahreszeit in Top Zustand sind. „Die Bermuda Golfplätze hier unten sind unglaublich“, sagte er und meinte damit genau die knackigere, trockenere Version, die eher Fehler sichtbar macht.
Damit trifft er genau den gleichen Punkt wie Billy Horschel. Lowry glaubt, dass PGA National in dieser Woche optisch liefern wird. „Es wird im TV großartig aussehen. Es wird schön grün sein. Es wird unglaublich sein“, sagte er. Sportlich hätte er aber lieber „ein bisschen mehr vom alten, traditionellen Platzbedingungen“. Am Ende bleibt Lowry nur, die Bedingungen zu akzeptieren: „Es ist, wie es ist und du musst mit den Karten spielen, die du bekommst.“