Am 25. Februar 2025 erschien die dritte Staffel der erfolgreichen Netflix-Dokumentationsserie Full Swing. Wie schon in den vorherigen Staffeln stehen die emotionalen Highlights der vergangenen PGA-Tour-Saison im Mittelpunkt – mit Rory McIlroy als zentraler Figur. Experten wie Amanda Balionis und Dan Rapaport begleiten die Serie mit Kommentaren und ordnen die Ereignisse in den größeren Kontext ein. Außerdem sind unter anderem Wyndham Clark, Tom Kim, Min Woo Lee, Gary Woodland und Justin Rose dabei.
Full Swing zeigt Golfjahr aus Sicht der Spieler
Die erste Folge widmet sich dem Masters und beleuchtet Scottie Schefflers dominanten Triumph aus verschiedenen Perspektiven. Besonders im Fokus steht Ludvig Åberg, der sein erstes Major als Zweiplatzierter beendete. Auch die Geschichte von Neal Shipley, der als bester Amateur das Turnier abschloss und eine Runde mit Tiger Woods spielte, wird erzählt.
Go behind the scenes of Neal Shipley's dream round of golf with Tiger Woods at The Masters.
Full Swing Season 3 is now playing! pic.twitter.com/UpS7qf9A0d
— Netflix (@netflix) February 25, 2025
Voller Fokus auf Rory McIlory
Rory McIlroy ist der Protagonist der Staffel. Die Kameras begleiten ihn durch ein ereignisreiches Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. Los geht es mit einem Erfolg: Full Swing fängt seinen und Shane Lowrys gemeinsamen Sieg bei der Zurich Classic im April 2024 ein - ein Event, das den beiden Europäern sichtlich Freude bereitete.
Besonders intensiv ist die dritte Episode, die sich mit der PGA Championship beschäftigt. Neben den Neuigkeiten von McIlroys Scheidung (die inzwischen zurückgezogen wurde), sorgte vor allem die Verhaftung von Scottie Scheffler am Morgen der zweiten Turnierrunde für Aufsehen. Die Kameras waren hautnah dabei und dokumentierten Schefflers Festnahme mit Bild- und Tonmaterial. „Seid ihr euch bewusst, dass ich bei dem Golfturnier mitspiele?", fragt Scheffler die Polizei.
McIlroy rekapituliert zudem einen der schmerzhaftesten Momente seiner Karriere: den kurzen, verschobenen Putt, der ihn die US Open in Pinehurst kostete. Er beschreibt dies als den „wahrscheinlich härtesten Turnierabschluss, den ich je hatte."
Ein weiteres zentrales Thema ist der Kampf um die Olympia-Qualifikation von Min Woo Lee, Nick Taylor und Adam Hadwin. Eine besonders emotionale Episode widmet sich Gary Woodland, der nach einer Gehirnoperation auf die PGA Tour zurückkehrte, und dokumentiert seinen Kampf um die Gesundheit.
Wie bereits in Staffel 2 geht es in der finalen Episode um ein Team-Event. Da es 2024 jedoch keinen Ryder Cup gab, liegt der Fokus auf dem Presidents Cup, den die USA deutlich für sich entschieden.
Kritik für Mangel an Spannung und Charakteren
Die äußeren Umstände und der Verlauf des Golfjahres sorgen dafür, dass das größte Drama ausbleibt: Es gab weder große LIV-Turbulenzen noch einen Ryder Cup. Zudem lehnte Xander Schauffele, der mit zwei Major-Siegen das Golfjahr 2024 prägte, eine Teilnahme an der Serie ab, weshalb seine Triumphe kaum zur Sprache kommen. Ein Problem bleibt, dass die Protagonisten nicht maßgeblich an den wichtigsten Golfmomenten des Jahres beteiligt waren.
Entsprechend wird die Serie von Kritikern eingeordnet: „Wenn man nicht die besten Karten hat, müssen das Storytelling und die Charaktere den Großteil der Arbeit übernehmen. Leider lassen beide in der dritten Staffel von Full Swing zu wünschen übrig", so Nick Bonfield von Golf Monthly. Laut ihm haben die äußeren Umstände einerseits nicht mehr Spannung hergegeben, andererseits fehle es der Serie an interessanten Charakteren: „Im professionellen Golfsport der Männer mangelt es unbestreitbar an Charakteren oder an Personen, die gegen den Strom schwimmen."