Nach der Runde gab sich Scheffler gewohnt trocken. Als ein Journalist fragte, was aus seiner 65er-Runde hätte werden können, ließ er die Frage kurz und bündig abblitzen: „Das ist einfach eine furchtbare Frage. Nächste Frage. Schrecklich." – Ein seltener Moment von Humor vom sonst so sachlichen Weltranglistenersten.
US Masters 2026: Scheffler lässt einiges liegen
Doch im Kern war Scheffler mit seinem Spiel durchaus zufrieden. „Ich habe heute wirklich gut gespielt. Ich hatte das Gefühl, mit den Eisen sehr präzise zu sein. Ich habe den Ball gut in die Luft gebracht und mir viele Chancen erarbeitet. Ich hatte das Gefühl, dass ich diese auf den ersten neun Löchern gut genutzt habe.“ Tatsächlich spielte Scheffler die vorderen neun Löcher in 31 Schlägen – sein bisher bestes Ergebnis auf den ersten neun Löchern in Augusta.Auf der Back Nine aber, so Scheffler, blieb einiges liegen. Loch 13 exemplifiziert das Auf und Ab des Tages: „Lande auf dem Fairway der 13. Hol dir einen Schlammball.“ Das erhoffte Birdie blieb aus. Auf 15 fehlte nur ein Hauch.
Am schwierigsten zu schlucken war womöglich Loch 17: „Drei wirklich gute Schläge. Trotzdem kein Birdie.“ Scheffler resümierte dennoch nüchtern: „Es war vielleicht nicht so schlimm, aber es hätte definitiv niedriger ausfallen können.“
Platzbedingungen als entscheidender Faktor
Ein Thema, das Scheffler ausführlich beschäftigte, waren die sich verändernden Bedingungen auf dem Kurs. Die frühen Starter profitierten noch von weicheren Grüns: „Da ich früh gestartet bin, konnte ich ein paar sanftere Bounces bekommen.“ Doch schon ab dem zehnten Loch begann der Kurs zu verhärten. „Als wir bei der 10 angelangt waren, wurde es härter“Für die Schlussrunde am Sonntag erwartet Scheffler einen noch anspruchsvolleren Kurs – mit einer klaren Botschaft an die Turnierorganisatoren: „Wenn sie niedrigere Ergebnisse sehen wollen, können sie den Platz weicher machen, wenn sie wollen. Er ist ohnehin schon ziemlich hart, also könnten sie es auch einfach wie in Bay Hill machen und die Grüns sterben lassen. Es ist Augusta. Danach werden sie schon eine Lösung finden.“
Kann Scheffler noch gewinnen?
Vier Schläge Rückstand auf McIlroy und Young mit noch 18 Löchern zu spielen – das ist im Augusta National nicht unmöglich. Scheffler selbst glaubt an sich: „Genau das zeichnen großartige Spieler und großartige Wettkämpfer aus – sie sind in der Lage, sich der Herausforderung zu stellen.“ Und: „Wenn man hierherkommt, muss man diesen Golfplatz bezwingen, die wechselnden Bedingungen, einen anspruchsvollen Country-Club-Platz, aber man muss auch seine Nerven im Griff haben.“Scheffler ist noch nicht aus dem Rennen.
